Weingut Leiling in der Pfalz

Zu Besuch beim Weingut Leiling im pfälzischen Schweigen-Rechtenbach - (c) Jörg Bornmann

Das heutiges Ziel ist das Weingut Leiling im pfälzischen Schweigen-Rechtenbach. Das Weingut liegt unweit der französischen Grenze und ist gelebtes Europa. Befindet sich das Weingut doch auf deutscher Seite in der Pfalz, während ein großer Teil der Weinberge auf französischer Seite im Elsass zu finden sind.

Das Weingut wird von David Leiling gemeinsam mit seinen Eltern Martina und Herbert Leiling bereits in der dritten Generation betrieben. Neben dem Wein hat David eine zweite große Leidenschaft, die moderne Kunst. „Überwiegend in den Wintermonaten habe ich die Zeit dieser Leidenschaft nachzugehen“, erzählt uns David Leiling, „in den anderen Jahreszeiten steht die Arbeit in den Weinbergen und im Keller im Mittelpunkt.“ Die Verbindung zwischen seinen Bildern, die oft im Stil von Picasso gemalt sind, und dem Familienweingut finden sich auf den Flaschen der Marke BOOM BOTTLES wieder, für die David Leiling ein eigenes, avantgardistisches Marketingkonzept entworfen hat. Doch nicht nur die kreativ gestalteten Flaschen, auch die außergewöhnlichen Namen und die unverfälschten Rebsortencharakter zeigen den Weg von David Leiling, der sich abseits vom Mainstream einordnet.

Die Weine werden in den Lagen Steingrub, Hohlaub, Banholz und Rädling angebaut, die sich durch unterschiedliche Böden und verschiedene Mikroklimas unterscheiden. So findet jede Rebsorte einen Lieblingsplatz, der den Weinen einen besonderen, eigenständigen Charakter verleiht. Kalkstein prägt die Gegend, doch unterscheiden sich die verschiedenen Lagen und der Boden stellt sich einmal als Kalksteinfelsen und Kalkmergel, z.B. in den Lagen Steingrub und Rädling, dar, während man in der Lage Hohlaub und Banholz zum Kalksteinboden eine sandige Auflage  findet. Im Banholz wachsen auch die ältesten Rebstöcke des Weingutes Leiling. Über 50 Jahre sind die Spätburgunder-Weinstöcke hier alt und erreichen mit ihren Wurzeln tief unter der Oberfläche mineralisch Bodenschichten, die dem Wein eine wunderbare Struktur, eine sanfte Säure und ein hohes Lagerungspotential mit auf den Weg in den Keller und in die Flasche geben. David Leiling nennt sie leibevoll ‚Grandfather Clones‘, ein Herzensprojekt des jungen Winzers. Neben dem bereits genannten Spätburgunder werden beim Weingut Leiling überwiegend Weiß- und Grauburgunder, sowie Riesling und Chardonnay an- und ausgebaut.

Besonders wichtig ist David und seiner Familie der verantwortungsbewusste Umgang mit der Natur und den natürlichen Ressourcen, ein achtsamer Umgang mit der Natur. Dies startet im Weinberg, wo der Maschineneinsatz möglichst geringgehalten wird. Die Erhaltung eines gesunden Bodens hat bei allen Überlegungen höchste Priorität.

Ich besuche David Leiling während der Lesezeit und kann mir so ein Bild machen, wie sich die nachhaltige Arbeit im Keller fortsetzt. Die handgelesenen Trauben werden sanft mit einer alten Korbpresse ohne großen Druck gepresst. So gelangen nur sehr wenige Trübstoffe in den Most und machen eine maschinelle Klärung des Weines unnötig. Die Weine werden ohne Zuchthefe spontan vergoren und geben ihnen durch das lange Hefelager einen besonderen Charakter. Die durch David Leiling erzeugten Weine sind wunderbare Tropfen mit außergewöhnlichem Charakter für Weinliebhaber.

Nach einem Rundgang durch Keller und den Einblick auf den Produktionsablauf geht es zum Verkosten der Weine im Wirtsgarten mit Gutsausschank. Donnerstag und Freitag ab 17 Uhr, sowie Samstag, Sonntag und Feiertage ab 12 Uhr kann man hier und in der geschmackvoll eingerichteten Stube die Leiling-Weine probieren und sich mit guter Pfälzer Küche verwöhnen lassen. Wir probieren drei Weine aus dem Sortiment. Mit den GRAUBURGUNDER HÔPITAL aus dem Jahr 2019, dem Spätburgunder Rosé PRINZESSIN VAALEANPUNAINEN aus dem Jahr 2018 und der Rotweincuveé DIE GEFÄHRTEN aus dem Jahr 2017 bekommen wir einen ersten Eindruck des umfangreichen Sortiments. Solo oder als Essensbegleiter können alle drei Weine überzeugen. Und so erleben wir Pfälzer Lebensfreude bei Wein und Essen. Besonders möchte ich hier noch die Schlachtplatte mit Sauerkraut erwähnen, denn der Pfälzer Saumagen war wahrscheinlich der Beste, den ich je gegessen habe.

So bleibt abschließend zu sagen, dass das Weingut Leiling immer einen Besuch wert ist. Hier kann man ehrliche, charaktervolle Weine und bodenständige Pfälzer Kulinarik genießen. Und wer sich in die Weine verliebt kann sie sich, gegen eine geringe Versandpauschale, auch nach Hause liefern lassen.

Kontakt und weitere Informationen
Weingut Leiling
Hauptstraße 3
76889 Schweigen
www.weingutleiling.de
post@weingutleiling.de
Telefonische Reservierungen sind erwünscht 06342-7039

Zu Besuch beim Weingut Leiling im pfälzischen Schweigen-Rechtenbach - (c) Jörg Bornmann
Mit dem E-Bike von Raligh auf dem Weg zum Weingut Leilig - (c) Jörg Bornmann
Spätburgunder ist eine klassisch angebaute Rebsorte im Weingut Leiling - (c) Jörg Bornmann
Ein Blick auf Schweigen in der Pfalz - (c) Jörg Bornmann
Im Gespräch mit dem Winzer David Leiling
Nachhaltigkeit beginnt beim Weingut Leiling damit, dass der Maschineneinsatz möglichst geringgehalten wird- (c) Jörg Bornmann
Ich besuche David Leiling während der Lesezeit und kann mir so ein Bild machen, wie sich die nachhaltige Arbeit im Keller fortsetzt - (c) Jörg Bornmann
Die Weine werden ohne Zuchthefe spontan vergoren und geben ihnen durch das lange Hefelager einen besonderen Charakter - (c) Jörg Bornmann
Die handgelesenen Trauben werden sanft mit einer alten Korbpresse ohne großen Druck gepresst - (c) Jörg Bornmann
So gelangen nur sehr wenige Trübstoffe in den Most und machen eine maschinelle Klärung des Weines unnötig - (c) Jörg Bornmann
Neben dem Wein hat David eine zweite große Leidenschaft, die moderne Kunst - (c) Jörg Bornmann
Die Verbindung zwischen seinen Bildern und dem Familienweingut finden sich auf den Flaschen wieder - (c) Jörg Bornmann
Es macht Spaß über die Weine von David Leiling zu sprechen
Wir probieren drei Weine aus dem Sortiment. Mit den GRAUBURGUNDER HÔPITAL aus dem Jahr 2019, dem Spätburgunder Rosé PRINZESSIN VAALEANPUNAINEN aus dem Jahr 2018 und der Rotweincuveé DIE GEFÄHRTEN aus dem Jahr 2017 - (c) Jörg Bornmann
Solo oder als Essensbegleiter können alle drei Weine überzeugen
Der Pfälzer Saumagen war wahrscheinlich der Beste, den ich je gegessen habe - (c) Jörg Bornmann

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