Was ursprünglich kurz nach der Flut nur als Zwischenlösung geschaffen wurde, hat sich mittlerweile als überregional bekanntes und beliebtes Wein-Wander-Event etabliert. So werden zur schönsten Frühlingszeit vom 25. April bis 25. Mai 2026 wieder viele verschiedene Stände entlang des Rotweinwanderwegs sowie in den Weinorten Dernau, Rech, Mayschoß und Altenahr aufgebaut und von verschiedenen Weingütern und Gastronomiebetrieben bewirtet. Ein ganz besonderes Event ist RAM, das aus der Freundschaft zwischen Sabrina Becker, Lena Endesfelder, sowie Christian und Markus Bertram hervorging. Am 2. Mai trifft man sie auf dem Weingut der Gebrüder Bertram in Dernau, nachmittags kann man die Weine der drei Weingüter verkosten und abends wird gefeiert. Wie die Freundschaft der vier Weinbegeisterten entstanden ist, darüber habe ich mich mit Lena Endesfelder unterhalten (siehe Interview im Anschluss).
Was Sie am 2. Mai erwartet
- 14 - 17 Uhr: Verkostung der Weine (Ticket 15 € p.P.)
Eine Anmeldung ist erwünscht, aber nicht zwingend notwendig. - Ab 18 Uhr: Party im Hof mit Live-Musik (Eintritt frei!)
Kulinarik: Ahrtal Rauch verwöhnt Sie mit Spezialitäten - von Flammlachs-Burgern bis hin zu Klassikern wie Currywurst - Pommes, sowie Grillkäse - Gleichzeitig findet an diesem Wochenende der Weinfrühling Mittelahr statt - entlang der Wanderwege erwarten Sie zahlreiche weitere Stände und Weine inmitten der Weinberge.
- Übernachtungsmöglichkeiten, wie Wohnmobilstellplätze gibt es in Dernau und Umgebung.
- Wo: Weinhaus Gebrüder Bertram, Hauptstraße 3, 53507 Dernau
Bald jährt sich die Flutkatastrophe an der Ahr zum fünften Mal. Isowie Christian und MArkusn der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 wurde die zahme, teils romantische Ahr zu einem reißenden Fluss, der ein Drama unter den Anwohner auslöste, eine Tragödie, an die man sich noch in einhundert Jahren erinnern wird. Im November 2025 war ich anlässlich einer Wein-Gala im Herbst führte mich wieder an die Ahr. Und was sich dort alles positives tut, ist beeindruckend. Doch ebenso beeindruckend sind die zahlreichen Freundschaften, die durch die Katastrophe entstanden sind. Eine davon ist die zwischen Sabrina Becker, Lena Endesfelder, sowie Christian und Markus Bertram.
Wir haben uns mit Lena Endesfelder, Winzerin an der Mosel, unterhalten, die einen Rückblick auf die Tage im Juli 2021 wirft, aber uns auch auf die freundschaftlichen Veranstaltungen im Jetzt näherbringt.
Genussfreak: „Wie hast Du die Nacht vom 14. Auf den 15. Juli 2021 erlebt?“
Lena Endesfelder: „Auch den der Mosel waren Dörfer teilweise betroffen. Mein Mann Peter, der eine eigene Elektrofirma hat und ich erfuhren über einen Aufruf in Facebook von einer Bekannten, dass sie Hilfe braucht. Das war unser erster Einsatz in Ehrgang einem Vorort von Trier.“
Genussfreak: „Wie hast Du von der Katastrophe an der Ahr erfahren?“
Lena Endesfelder: „Abends telefoniere ich mit einer Winzerkollegin. Deren Freundin, wohnhaft in Dernau (Landkreis Ahrweiler, Anmerkung der Redaktion) hatte von ihrem Mann nichts mehr gehört. Er wollte nur noch schnell was aus dem Haus holen. Da wurde mir erst bewusste, welche Katastrophe sich ereignet haben muss.“
Genussfreak: „Wie kam es dann zu Eurem Hilfseinsatz an der Ahr?“
Lena Endesfelder: „Vier Tage später sollte auf unserem Weingut in Mehring das Hoffest stattfinden. Die Einkäufe waren erledigt und wir wollten mit dem Aufbau starten. Zum Fest sollten auch Markus Bertram vom Weingut Gebrüder Betram mit Freunden kommen. Seit ein paar Jahren zuvor erfolgte ein regelmäßiger Besuch im November. Früher besuchte er meinen Nachbarn, aber nach seinem Tod suchte die Weinrunde eine neue Einkehr. Doch wegen Corona wurde dieser auf den Sommer verschoben. Doch ein Fest feiern, wenn man weiß, dass es Menschen gibt, die gerade alles verloren haben kam für uns nicht in Frage.“
Genussfreak: „Was habt Ihr danach gemacht?“
Lena Endesfelder: „Mit 500l Frischwasser, Gummistiefeln und einer Putzstange, wie naiv ich doch war, Bratkartoffeln und einem Gasgrill bin ich freitags an die Ahr gefahren. Anna, eine Freundin aus dem Dorf hat mich begleitet. Wir waren über das Ausmaß der Katastrophe entsetzt.“
Genussfreak: „Hattet Ihr überhaupt Kontakt vom Ahrtal nach außen?“
Lena Endesfelder: „Nein, abends hatten wir wieder Empfang, wir konnten bei Annas Freund bei Koblenz übernachten, und ich habe zu Hause angerufen. Daraufhin kam mein Mann mit weiteren Freunden zur Hilfe. Auch habe ich meiner Freundin Sabrina von der Tragweite berichtet und sie hat direkt 30 Leute angeschleppt zum Helfen.
Genussfreak: „Es erzeugt bei mir immer noch Gänsehaut, wenn ich das alles höre und die Bilder aus dem Ahrtal vor Augen habe. Doch diese Tage rund um die Katastrophe waren der Start für viele neue Freundschaften und auch der Start für diesen Event?“
Lena Endesfelder: „Ja, darüber entstanden auch zu anderen Helfern Freundschaften. Sarbina und Markus kannte sich vorher nicht. Doch das gemeinsam erlebte hat zu einer Freundschaft geführt. Dieser Weinevent wird auch immer ein Gedenken an die Katastrophe sein, aber auch unsere gewonnenen Freundschaften verstärken.“
Über den Autor*Innen
Jörg Bornmann
Als ich im April 2006 mit Wanderfreak an den Start ging, dachte noch keiner an Blogs. Viele schüttelten nur ungläubig den Kopf, als ich Ihnen von meinem Traum erzählte ein reines Online-Wandermagazin auf den Markt zu bringen, welches eine hohe journalistische Qualität aufweisen kann, eine Qualität, die man bisher nur im Printbereich kannte. Mir war dabei bewusst, dass ich Reisejournalisten und Spezialisten finden musste, die an meine Idee glaubten und ich fand sie.