Ferrari statt Champagner?

Ferrari statt Champagner, der italienische König des Spumante - (c) Gabi Dräger

Die Augen schließen und sich ganz auf den Schluck Ferrari konzentrieren, dann ist man schon dem frischen und prickelnden italienischen edel Spumate verfallen. Der Schluck ist samtig, elegant und harmonisch. Mit seinem Weinbau in den Bergen verfügt das Trentino über eine außergewöhnliche Berufung dafür Schaumweine von großer Eleganz und Komplexität zum Leben zu erwecken. Der Wechsel von warmen Tagen zu kühlen Nächten veredelt die Trauben und verleiht ihnen ein ganzes Spektrum an Aromen und Düften. Es ist der Intuition von Giulio Ferrari zu verdanken, dass diese Orte heute das größte italienische Chardonnay-Angebaut sind. Eine Auswahl sind:

Ferrari Maximum Brut
Der Ferrari Maximum hat eine gute Qualität und ist durchaus bezahlbar. Das ist der Einstiegs-Ferrari für Anfänger. Das ist ein sortenreiner Chardonnay der samtig weich ist und er hat die  typischen fruchtigen Noten des Chardonnays.

Ferrari Perle
Der Ferrari Perle präsentiert sich als echte Stil-Ikone. Von den festen Chardonnay Trauben aus den Weinbergen der Famiie Ferrari ist der Geschmack elegant aufgebaut und steigert sich zum Finale hin. Er zeichnet sich durch eine besonders lange Flaschenreife aus.

Ferrari Perle Zero
Der Ferrari "Perlè Zero" ist ein eleganter und strukturierter Metodo Classico-Schaumwein, der aus Chardonnay-Trauben hergestellt wird. Er hat einen extrem sauberen Duft mit der Note nach Grapefruit, Ingwer und Kräutern.

Ferrari Riserva Lunelli
Der „Ferrari Riserva  Lunelli“ ist ein Jahrgangs-Trento-DOC mit einer außergewöhnlichen Struktur. Der Ferrari Riserva Lunelli zeigt eine faszinierende Verbindung von Innovation, Tradition und Eleganz. Rund acht Jahre reift der zu 100% aus Chardonnay-Trauben  bestehende Trento-DOC in Eichenfässern. Der Geschmack ist ein perfektes Gleichgewicht von getoasteter Hefe mit fruchtigen Eindrücken

Giulio Ferrari
Der Kult-Trento-Doc ist nach dem Gründer der Kellerei benannt. Seine Farbe ist ein helles leuchtendes Gelb, mit einem lebendigen, feinen Mousseux. Das Bouquet ist einladend, es hat feine hefige Nuancen, dazu dezente Grapefruit- und Zitrus-Tönen. Viel Stoff am Gaumen, schöne cremige Textur, sehr elegant und mit einer feiner nussigen Note. Die frische Struktur und der harmonische, lange Abgang wirken wunderbar anregend. Das ist ein Markenzeichen, für einen der besten italienischen Trento-DOC „Guilio Ferrari“ weltweit. Der Wahrnehmung erinnert an weiße Schokolade und Haselnüssen mit Spuren von Gewürzen und Honig. Das über zehnjährige Lager auf der Hefe trägt zu einem Finale von großer Komplexität bei, das durch Eleganz und Frische beeindruckt.

Giulio Ferrari Rose
Der erste Jahrgang des Giulio Ferrari Rose stammt aus der Ernte 2006 und lag elf Jahre auf der Hefe. Der Charakter des Pinot Noir und der Eleganz des Chardonnay verbinden sich harmonisch mit dem süßen Frucht- und Zitrusnoten. Er begeistert mit seiner erstaunlichen Finesse, die ein langanhaltendes Finale entspricht. Es gibt weltweit nur wenige Flaschen. Er wird in einer eleganten Schatulle angeboten.

Giulio Ferrari – eine Vision
Der Italiener Giulio Ferrari war zur Ausbildung bei einem Winzer in der Champagne in Frankreich, der Champagner herstellt. Dabei stellte er fest, dass er im Trentino die gleichen Trauben für Champagner anbauen kann und der Boden im Trentino die gleichen Qualitäten hat, wie der Boden in der Champagne. Als erster erkennt er die außergewöhnliche Vorteile seiner Region Trentino. Er war der Erste, den den Chardonnay in Italien verbreitet und wurde zum Pionier des italienischen Schaumweins. Qualität war immer sein oberstes Ziel. Es ist der Intuition von Giulio Ferrari zu verdanken, dass der Trentino heute das größte italienische Chardonnay-Anbaugebiet sind.

Giulio Ferrari – ein italienischer Winzer
Die Erfolgsgeschichte und der Mythos Ferrari begann mit Giulio Ferrari, er hat seinen Traum, im Trentino einen Wein zu schaffen, der es mit den besten französischen Champagnern aufnehmen kann. 1952 übergab Giulio, Ferrari, da er keine Kinder hatte, sein Weingut an Bruno Lunelli (1907-1973). Bruno Lunelli gehörte ein Weinladen in Trento und außerdem hatte er fünf Kinder, so war die Nachfolge gesichert. Zu dieser Zeit stellte Ferrari 9.000 Flaschen pro Jahr her. Bruno Lunelli beschloss im Alter von 63 Jahren, 1969 zurückzutreten und die Verantwortung der zweiten Generation zu überlassen: Franco (1935), Giorgio (1937), Gino (1939), Carla (1945) und Mauro (1948). Die dritte und aktuelle Generation wird von Matteo Lunelli (Präsident und CEO), Camilla Lunelli, Alessandro Lunelli und Marcello Lunelli gebildet.

Giulio Ferrari starb 1965 in Trento. Ferrari Trento gehört heute zum Trento DOC-Konsortium, einem Verband, der die Herstellung dieser Art von Schaumwein-diszipliniert. In den Ferrari-Kellern lagern heute über 24 Millionen Sektflaschen, die mindestens zwei Jahre oder bis zu 15 Jahre gären.

Der Anbau und Ausbau
Die Chardonnay-Trauben werden in hohen Lagen, in den besten Anbaugebieten des Trentino angebaut. Der Wechsel von warmen Tagen und kühlen Nächten veredelt die Trauben und verleiht ihnen ein breites Spektrum an Aromen. Am Ende des Sommers, wenn die Trauben von Chardonnay und Pinot Nero reif sind, werden sie von Hand gelesen und anschließend in der Kellerei gepresst und nach den Richtlinien des Trento-DOC ausgebaut. Es ist der Augenblick der ersten Gärung, in dem die Aromen der Ursprungsrebsorten wiedererweckt werden. Nach der Entstehung des Cuvées, wird der Basiswein mit Zucker und Reinzuchthefen angereichert. So kann die zweite Gärung beginnen, die ihm die Perlage verleiht. Das Flaschenlager der Cuvée dauert zwischen zwei und zehn Jahren, je nachdem, unter welchem Etikett er auf den Markt kommt. Im Keller wiederholt sich das Ritual der Remuage, jene tägliche Achteldrehung, die unverzichtbar ist, um den Trub in Richtung des Korkens rutschen zu lassen und der schließlich mit der Degorgierung entfernt wird. Das Werk wird mit der Zugabe des Liqueur d’expédition vollendet, nach dem geheimen Rezept, das den stilistischen Fingerabdruck einer jeden Kellerei ausmacht.

Der erste DOC in Italiens, ausschließlich erzeugt nach „Metodo Classico“
Der Trento DOC wird nur mit Trentiner Trauben hergestellt und ausschließlich nach dem klassischen Flaschengärungsverfahren „Metodo Classico“ hergestellt. Es ist das erste DOC, das in Italien für einen Metodo Classico entstand und weltweit der zweite nach der Champagne. 40 Produzenten und über 100 Labels sind unter der Marke Trento DOC inzwischen vereint, die 2007 gegründet wurde.
 
Nachhaltigkeit ist das Thema bei Ferrari
In den eigenen Weinbergen, die durchweg das Bio-Zertifikat tragen, wurde das Konzept der natürlichen Fruchtbarkeit des Bodens wieder in den Mittepunkt gestellt. Traditionelle landwirtschaftliche Verfahren, wie das Untergraben des Gründüngers wurde wiederentdeckt. Die Konzentration auf eine weiter gefasste Vision von Umweltschutz führte auch zur Verleihung des “Biodiversity Friend”-Zertifikats der Worldwide Biodiversity Association. Die Traubenqualität, Gesundheitsschutz in der Landwirtschaft und Umweltschutz sind die Kernpunkte des Anbaus bei Ferrari. Die Ferrari-Weinberge wurden von der CSQA- zertifiziert. Durch rigorose Normen und nachhaltige Verfahren, die unter anderem einen vollständigen Verzicht auf Unkrautvernichter, Akarizide und synthetische Pestizide vorsehen, ist die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens und der Umgebung sichergestellt.

Kontakt
Trentino www.visittrentino.info/de
Ferrrari www.ferraritrento.com/de

Ferrari statt Champagner, der italienische König des Spumante - (c) Gabi Dräger
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Über den Autor

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Gabi Dräger

Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.